Totenbretter

In zahlreichen Regionen Deutschlands findet sich der Begriff der „Totenbretter„. In der Oberpfalz und im Bayerischen Wald verwendete man noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts ein verziertes und mitunter bemaltes Holzbrett zur Aufbahrung eines Vertsorbenen, das somit auch „Bahrbrett“ genannt wurde. Dieses Bahrbrett wurde nach der Beerdigung meistens beim Hof aufgestellt und sollte somit an den Verstorbenen erinnern.

Dieser Brauch liebevoller Erinnerung an Verstorbene findet sich auch im Rupertiwinkel (Landkreis Traunstein und Berchtesgadener Land). Bei Kapellen, an Wegkreuzungen und in Wäldern finden sich Gruppen dieser „Totengedenkbretter„, die neben verstorbenen Familienangehörigen auch an die jungen gefallenen Soldaten der beiden Weltkriege mit so manchem Vers erinnern.

An den Wänden und Emporen der Kirchen in der Mark Brandenburg und der Niederlausitz finden sich „Totenkronenbretter“ mit Namen, Lebensdaten und Alter der jung Verstorbenen. Sie dienten ihrem Andenken sowie der Ablage der Totenkronen, die vielerorts beim Begräbnis unverheiratet gestorbener junger Menschen verwendet wurden. Die Totenkrone wurde als Ersatz für die im Leben entbehrte Brautkrone gesehen.